Walibi Holland in Zeiten von Corona

Am vergangenen 27.05.2020 stand der erste „richtige“ Freizeitparkbesuch nach Beginn der Corona-Pandemie auf dem Plan. Der Grenzübergang war unkompliziert, wie immer. Anders, als in Deutschland, gilt in den Niederlanden keine Maskenpflicht in öffentlichen Gebäuden etc. Tickets müssen unbedingt vorher online gekauft werden und das obligatorische „Parkeerticket“ ebenfalls. Ein paar Minuten nach der Bestellung erhält man dann die Tickets per E-Mail und kann diese dann entweder ausdrucken oder per Handy mitnehmen. Einzig und allein solltet ihr – am eigenen Leib erfahren – das Parkticket ausdrucken, da die Scanner der Schranken doch eher bescheiden auf Handys reagieren. Gut, dass die Mitarbeiterin uns trotzdem befreite. Einige Minuten nach den Tickets kriegt ihr eine weitere E-Mail vom Walibi:

Diese E-Mail nicht löschen, da diese obligatorisch für den Besuch des Parks ist. Am Tag des Besuchs – bei uns war das erst um 10:00 Uhr der Fall – klickt ihr auf den Link, der sich in eben dieser E-Mail befindet. Am besten mit dem Gerät, mit dem ihr euch auch anstellen wollt, denn: Dieser Link ist ein Gutschein für das FastLane-System des Walibis, welches umfunktioniert wurde zu einer virtuellen Warteschlange für alle, damit nicht so viele Menschen zu nahe beieinander stehen. Also klickt ihr auf den Link und folgt den Anweisungen. Gegen 10:02 Uhr seht ihr dann das gesamte Angebot der „App“. Dies sind die Attraktionen, die ihr da zur Verfügung habt:

  • Condor
  • Crazy River
  • El Rio Grande
  • Goliath
  • Lost Gravity
  • Space Shot
  • Speed of Sound
  • Untamed
  • Xpress – Platform 13

Aber keine Angst, ein Großteil der anderen Attraktionen hat trotzdem geöffnet. Bei diesen ist aber kein so großer Ansturm zu erwarten, dass die Warteschlange knapp werden könnte. Nachdem ihr euch dann virtuell angestellt habt, erscheint ein QR-Code, der zwingend vom Eingangspersonal der Attraktion eingescannt werden muss. Wenn ihr Tickets für die ganze Reisegruppe bestellt habt, werdet ihr damit dann auch mit der ganzen Gruppe angestellt. Ihr könnt euch aber nur für eine Attraktion gleichzeitig anstellen! Zur Zeit unseres Besuchs waren folgende weitere Attraktionen geschlossen:

  • Space Kidz (Wartung)
  • Skydiver (Corona)
  • Neurogen (Corona)
  • Zenko’s Graffiti Shuttle (Wartung)
  • G-Force (Wartung)
  • Tequila Taxi’s (Corona)

Aus Deutschland ist man es ja gewohnt, dass die Menschen es u.U. nicht ganz so ernstnehmen mit dem vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,5 Metern, dies ist hier nicht der Fall. Hier halten sich die allermeisten an die behörlichen Vorgaben. Außerdem empfiehlt das Walibi sich vor und nach jeder Fahrt die Hände zu desinfizieren, was (fast) immer auch möglich ist. Bei aller Vorsicht verstehe ich dann aber einige Umstände nicht: An einigen Attraktionen waren die Fahrgäste selber angehalten, die Bügel zu kontrollieren, an anderen kamen die Mitarbeiter fast auf 20 cm heran. Wenn man jetzt das Worst Case Szenario annimmt: Morgens bei der ersten Fahrt steckt ein Fahrgast den Mitarbeiter an und der steckt im Laufe des Tages alle Gäste an… Dies bemängelte um 10:49 Uhr auch die niederländische Freizeitpark-Seite Looopings. Circa zwei Stunden später wurden an allen Fahrgeschäften Handschuhe eingeführt, die den Sicherheitsabstand wohl irgendwie ausgleichen sollten?! Auf jeden Fall schon höchst auffällig!

Ähnlich auffällig, wie diese ganzen Vorschriften einzuhalten und dann die Plastik-Abtrennung zwischen Warm- und Klimabereich der „Pre-Show“ von Xpress – Platform 13 nicht abzunehmen und so eine riesige Virenschleuder zu produzieren: Es fasst jeder (!) mit seinen Händen an und ist nahe am Gesicht!

Die Wildwasserbahn „Crazy River“ war quasi den ganzen Tag geschlossen. War ja klar, einmal sind wir da, wenn man mit der Wildwasserbahn fahren kann und schon ist diese außer Betrieb.

Die Fahrprogramme von „Blast“, dem Huss Top Spin waren keine, die von Huss mitgeliefert werden, sondern wurden manuell nachprogrammiert. Und eben diese haben es ganz schön in sich. Eines besaß einen gefüht 15 sekündigen Aufenthalt über Kopf – äußerst unangenehm. Außerdem waren die Motorenbewegungen äußerst ruckartig und stotternd, dieses Problem hat selbst der ähnliche NYC Transformer nicht, obwohl der schon viele Probleme hat.

Weiter geht es mit unseren Erlebnissen von Untamed, die über den ganzen Tag verteilt sowohl gut, als auch schlecht waren. Die Fahrt ist immer noch sehr angenehm, sehr sanft und auch immer noch äußerst spannend, obwohl die doch sehr beklemmende Haltung im Wagen sehr unangenehm ist. Der Tag war geplagt von Ausfällen des Hybrid-Coasters, die uns umgehend in der „App“ gemeldet wurden. Daraufhin steht man immer vor der Entscheidung: Ja, was machen wir jetzt: Warten oder doch was anderes: Solange die Attraktion nicht für den restlichen Tag geschlossen wird, was dann aber auch noch eintrat, kriegt man die gewartete Zeit nicht zurück! Man kann ja in der Zeit andere Sachen fahren, aber wirklich Interessantes nicht. Untamed war auch die einzige Attraktion mit durchgehender Wartezeit größer 20 Minuten, meist so um die 55. Aber ein zweiter Zug war den ganzen Tag nicht in Sicht. Bei unseren drei Fahrten, die wir vor dem kompletten Breakdown machen konnten, war etwas aber äußerst auffällig: Beim Einhaken des Zuges in die Liftkette hob der gesamte Zug kurz an, ruppte und es war immer ein lauter Knall zu hören. Ob das der Grund für die unplanmäßige Betriebsunterbrechung war, ist nicht überliefert.

Die neu gestaltete Speed-Zone gefällt mir sehr gut, hier hat man wieder mit relativ geringen Mitteln viel gemacht. Vor allem die schönere Gestaltung von Goliath gefällt mir sehr.

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